Winterthur, 18. März 1998 Nr. 96/091
An den Grössen Gemeinderat
(zuhanden der Volksabstimmung)
Antrag und Bericht zur "Waldeggsee Initiative".Antrag:
Die "Waldeggsee - Initiative: Jahr 2000 - ein See für Winterthur" wird den Stimmberechtigten zur Ablehnung empfohlen.
Bericht:
Das Initiativkomitee hat am 20. September 1996 bei der Stadtkanzlei mit 1372 gültigen Unterschriften eine Volksinitiative "Waldeggsee - Jahr 2000 - ein See für Winterthur" eingereicht:
| "Für die Erstellung eines Sees mit öffentlichem Park auf
dem Gelände Kat. Nr. 7i1660 und 7/436 im Dreieck zwischen Mattenbach, Waldeggstrasse und
Waldeggweg und evtl. angrenzenden Gebieten wird ein Kredit von Fr. 15'000'000.-
bewilligt."
Projekt Der rund 5 ha Grösse und 10 m tiefe See soll als Badesee und öffentlicher Park gestaltet werden. Im wesentlichen soll kein Naturschutz-Biotop, sondem ein Ort zum Spazieren, i3aden und geselligen Zusammensein entstehen. Durch 'einen öffentlich ausgeschriebenen Ideen- und Zeichnungswettbewerb sollen alle interessierten Winterthurerinnen Vorschlage und Beitrage zur Gestaltung der Anlage einbringen können. Die Jurierung dieser Vorschlage soll ebenfalls durch die Bevölkerung erfolgen.
Begründungen Standort: Die besagte Wiese liegt nur 15 Gehminuten vom Stadtzentrum entfemt und ist bereits ein Naherholungsgebiet. Das schon heute zur Hälfte der Stadt gehörende Grundstuck liegt direkt am Waldrand und wird von zwei i3achen umflossen. Ausserdem ist dort ein Hochwasserrückhaltebecken für Fr. 5'000'000.~ (Stand 1993) geplant, welches aber keinen städtebaulichen Wert darstellt. Durch die sinnvolle Verbindung beider Projekte kann gleichzeitig ein wertvolles Stuck Lebensqualität geschaffen werden. Lebensqualität: Winterthur ist schon - aber es fehlt ein See!. Ein oft gehörter Einwand. Tatsächlich, während alle anderen namhaften Städte an einem See oder Fluss liegen, sitzt Winterthur auf dem Trockenen. Der Aufenthalt am Wasser ist dem Menschen in höchstem Masse angenehm und beeinflusst sein Seelenleben positiv. Als nicht-kommerzieller Treffpunkt bietet ein See für alle etwas, ob alt oder jung, reich oder arm. Er bildet einen unschätzbaren ideellen Wert und regt zu einer sinnvollen und umweltfreundlichen Freizeitgestaltung an. In der Vergangenheit wurden Eulach und Mattenbach kanalisiert, z.T. sogar unter die Erde verbannt, ehemalige Weiher, von denen es eine ganze Reihe gab, entwässert und aufgefüllt. Der geplante See gibt Winterthur das Element Wasser wieder zurück und entspricht einem breit ausgewiesenen Bedürfnis. Er bildet ein Symbol für Frieden und Zusammenarbeit, für Harmonie mit und Wiedergutmachung an der Natur. Ausserdem ist er ein grosszügiges Geschenk an künftige Generationen.
Stadtmarketing: Winterthur wird vermehrt als attraktive und schone Stadt bezeichnet werden. Eine Stadt, wo die Zukunft mutig und innovativ in die Hand genommen wird. Ein besseres Stadtmarketing gibt es gar nicht!
Jahr 2000: Der Wechsel ins neue Jahrtausend will gebührend gefeiert werden. Mit der Einweihung und dem ersten Winterthurer Seenachtsfest setzt Winterthur ein bedeutendes Zeichen.
Das Initiativkomitee besteht aus folgenden Mitgliedem: Erwin Schatzmann, Bildhauer, Daniel Gsell, Kommunikationsberater; Monica Verin, Personalmanagerin AIP; Claudio Jelmini, Lagerist. |
Form und Behandlung der Initiative
Die Volksinitiative betrifft einen Gegenstand, der aufgrund des mit der Initiative beantragten Kredites dem obligatorischen Referendum untersteht. Da das Initiativbegehren zudem eine genau bezeichnete Kreditsumme und ein hinreichend klar definiertes Gebiet bezeichnet, hat die Initiative die Form eines ausgearbeiteten Entwurfes, der den Stimmberechtigten zum endgültigen Entscheid zu unterbreiten ist.
Beurteilung durch den Stadtrat
Die Idee, in Winterthur einen See zu erstellen, ist originell. Die Initianten sind mit ihrem Vorschlag in breiten Kreisen auf viel Sympathie gestossen. Nicht nur in Winterthur, sondern weit über die Stadt hinaus hat das Ansinnen starke, meist wohlwollende Beachtung gefunden. Der Stadtrat findet es äusserst positiv, dass sich Bewohnerinnen und Bewohner Winterthurs dafür einsetzen, die Stadt durch einen See attraktiver zu machen. Auch der Stadtrat steht der Idee grundsätzlich positiv gegenüber. Er hat deshalb gründliche Abklärungen vorgenommen. Fazit der Abklärungen: Es wäre grundsätzlich möglich, den Waldeggsee im Sinne der Initiative zu erstellen, doch kann es sich die Stadt zurzeit schlichtweg nicht leisten, dafür 15-Millionen Franken aufzuwenden. In den nachfolgenden Abschnitten sind die einzelnen Punkte der umfassenden Abklärungen dargestellt.
Machbarkeitsstudie
Als Basis für die Machbarkeitsstudie, welche unter Beizug eines Ingenieurbüros erarbeitet worden ist, wurde unter den sechs Varianten, welche von den Initianten nachträglich ins Gespräch gebracht worden sind, die Variante 'optimal' mit einer Seefläche von ca. 6 - 7 ha gewählt. Sie beansprucht neben dem von den Initianten ursprünglich vorgeschlagenen Landwirtschaftsgebiet noch den östlichen Teil der Pünten.
| Hochwasserrückhalteraum Der geplante Hochwasserrückhalteraum, der mit dem allfälligen Bau des Waldeggsees kombiniert werden könnte, setzt bezüglich Wasservolumen, Stauspiegel und Dammhöhe gewisse Rahmenbedingungen. So muss bei einer Flache von ca. 6 ha der normale Seespiegel um etwa einen Meter tiefer liegen als der maximale Stauspiegel.
Zufluss in den See Das Einzugsgebiet hat eine Grösse von ca. 11 km2. Der Zufluss wird auf ca. 6 Mio. m3 Wasser pro Jahr geschätzt. Bei Seen im Mittelland (auf 500 M.ü.M.) verdunsten pro Jahr ca. 700 mm. Das entspricht bei einer Seeoberfläche von ca. 6 ha einer Wassermenge von rund 45'000 m3, was etwa 0,8 % des jährlichen Zuflusses entspricht. Für den geplanten Seespiegel von 447 m über Meer wurde der Mattenbach ca. 150 m bachaufwärts eingestaut.
Baugrund Der Baugrund besteht in grösserer Tiefe aus Kiessand, den Tossschottern, der jedoch von einer unterschiedlich mächtigen, meist lehmigen Deckschicht überlagert wird. Die Mächtigkeit dieser Deckschicht nimmt generell von Süden, das heisst vom Eschenberg-Hangfuss gegen Norden ab. Im Bereich des Sees durfte sie nur noch wenige Meter betragen. Die Mächtigkeit der Tonsschotter nimmt von Norden nach Süden ab: beim Mattenbach durfte sie ca. 20 bis 25 m, bei der Waldeggstrasse höchstens noch ca. 10 m betragen. ~ Die Durchlässigkeit der verschiedenen Schichten ist sehr unterschiedlich. Sie kann lokal stark wechseln (durchschnittlicher geschätzter k-Wert um 10^-4 m/s). Kommt der Aushub für den See auf kiesigen Untergrund zu liegen, muss eine Abdichtung erfolgen.
Grundwasser Grundwasser im eigentlichen Sinn tritt höchsten ganz im Norden, das heisst beim Mattenbach auf. Der Grundwasserspiegel liegt dort in einer Tiefe von ca. 12 - 15 m. Im südlicheren Teil muss möglicherweise mit etwas Hangwasser gerechnet werden, das jedoch an der Basis der Kiesschicht zirkuliert.
Wasserqualität Die Stichproben, welche dem Mattenbach entnommen wurden, ergaben keine Hinweise auf eine Belastung des Mattenbach-Wassers mit Kohlenwasserstoffen, wie sie typischerweise in Heizöl oder Fahrzeug-Treibstoffen (Benzin, Diesel) vorkommen. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass chlorhaltige Pestizide nicht einmal in Spuren in der Stichprobe gefunden werden könnten. Der bakteriologische Befund ist ebenfalls gut. Salmonellen könnten überhaupt nicht nachgewiesen werden, der Gehalt an Enterokokken ist unkritisch. Aufgrund der Konzentrationen für Collforme Keime (Escherichia coli) kann das Mattenbach-Wasser als ein potentielles Badegewässer der Qualitätsklasse B eingestuft werden. Dieses ist beanstandungsfrei, muss aber regelmässig mindestens monatlich untersucht werden. Gesundheitliche Beeinträchtigungen von Gästen ist durch Badewasser der Qualitätsklasse B nicht zu erwarten. Die anorganisch-chemischen Analysen ergaben, dass das Mattenbach-Wasser zwar eine hohe Wasserhärte aufweist, hinsichtlich der anderen Qualitätsparameter erstaunlicherweise aber praktisch die an Trinkwasser gestellten Anforderungen erfullt. Die in der Stichprobe und auch in den Vorjahren angetroffene, in chemischer Hinsicht sehr gute Wasserqualität des Mattenbachs erlaubt eine Nutzung des Bachwassers zur Einleitung in ein potentielles Badegewässer. Leider ist die Datengrundlage für eine verbindliche bakteriologische Beurteilung aber noch zu dürftig, um zu einem abschliessenden Urteil zu kommen. Zu empfehlen waren deswegen weiterführende Untersuchungen zu verschiedenen Jahreszeiten und Witterungsbedingungen. Insbesondere ist der Einfluss im Oberlauf an den Bach angeschlossener Regenüberlaufbecken auf die Wasserqualität bei Regenwetter zu eruieren.
Lösungsansatz Die Variante "optimal" durfte von den Grössenordnungen her realistisch sein. Wurde die Seefläche nämlich auf die Hälfte reduziert, hatte dies infolge des notwendigen Rückhaltevolumens eine Verdoppelung der nötigen freien Stauhöhe zur Folge.
Kostenrahmen Die Baukosten für einen See in der Grösse "Variante optimal" werden auf ca. 16 Mio. Franken geschätzt, was in etwa dem beantragten Kredit entspricht. Nicht inbegriffen ist die Infrastruktur für den Badebetrieb, welche noch präziser zu umschreiben ist. Ein gutes Drittel der Aufwendungen betrifft die Erdarbeiten. Für eine Seetiefe von 5 m müssten rund 350'000 m3 Material ausgehoben werden. Nur ein kleiner Teil (ca. 8000 m3) könnte zu Dämmen aufgeschüttet. Der Rest müsste abtransportiert werden. Mit einem Grösseinsatz von Maschinen wäre es möglich, die Aushubarbeiten innerhalb von 8 - 9 Monaten abzuwickeln. Bei einer Ladekapazität von 10 m3 pro Lastwagen ergaben sich dafür insgesamt rund 35'000 Fuhren. In Spitzenzeiten würden stündlich 30 Lastwagen den Aushub abtransportieren, was natürlich ein ausgeklügeltes Verkehrsregime erfordern wurde. Bei Annahme einer mittleren Transportdistanz von 20 km bis zur Deponie und einem Verbrauch von 30 I Diesel pro 100 km wurde allein der Abtransport einen Treibstoffverbrauch von ca. 450'0001 verursachen. Weitere Konsequenzen waren eine deutlich erhöhte Lärm-, Luft- und Gefahrenbelastung. Ein Abtransport durch die Bahn - was ab einer Verladestation Oberwinterthur möglich wäre - wurde die Kosten um rund 3,4 Millionen Franken erhöhen.
Gesamteinschätzung der Machbarkeit Die Verfasser der Studie kommen zum Schluss, dass die Machbarkeit grundsätzlich gegeben ist. Aus Sicht der Wasserqualität, des Baugrundes und der Wasserzuflüsse gibt es keine unumgänglichen Einwände. Zudem könnten die Interessen der Erholung und Freizeitgestaltung mit denjenigen des Hochwasserschutzes verbunden werden.
Einschätzung der Minimalvariante Die Minimalvariante beschrankt sich auf das in Frage kommende Grundstuck der Stadt Winterthur. Der See wurde nur knapp halb so gross (2 - 3 ha). Um das Volumen des Hochwasserrückhalteraums von 60'000 m3 garantieren zu können, müsste die nötige freie Stauhöhe verdoppelt werden. Einschliesslich Freibord und maximaler Einstauhöhe läge der Seespiegel somit ca. 3 m unter der Dammkrone. Der Aushub wurde sich auf ca. 180'000 m3 belaufen, wovon ohne Geländeaufschüttungen ca. 140'000 m3 abtransportiert werden müssten. Die Kosten für den See wurden sich in diesem Fall auf ca. 8 Mio. Fr. belaufen. Da aber mehr Platz rund um den See zur Verfügung steht, könnten grössere Geländeaufschüttungen ausgeführt werden, was dann aber zu einer Art Kratersee fuhren wurde.
Weitere Abklärungen In der Studie ist zum Abschluss ein Katalog von Fragen aufgeführt, welcher bei einer Gutheissung des Kredites durch das Stimmvolk geklärt werden müsste:
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Stellungnahme der kantonalen Amtsstellen
Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) der kantonalen Baudirektion hat zur Machbarkeitsstudie Stellung genommen. Dabei wird u.a. festgehalten:
Daneben wird in der Stellungnahme auf verschiedene planungsrechtliche Erfordernisse, wie z.B. die Umzonung aus der Landwirtschafts- in eine Erholungszone, eine Richtplanfestsetzung mit nachfolgendem Gestaltungsplan für die Ablagerung von überschüssigem Aushubmaterial hingewiesen. Schliesslich wird noch der Hinweis angefügt, dass für den Bau und die Finanzierung des Hochwasserschutzes am Mattenbach die Stadt Winterthur zuständig sei. Das gelte bei einem Bau des Waldeggsees auch für den Teil der Retention. Dieser Kostenanteil wurde aber durch den Kanton mit dem dazumal gültigen Ansatz subventioniert.
Landbeanspruchung
Auch wenn für den zukünftigen See nicht die gesamte Fläche der beiden landwirtschaftlich genutzten Parzellen von insgesamt 6,7 ha (Kat. Nr. 1660, ca. 3,2 ha, im Eigentum der Stadt, verpachtet an den Landwirt, welcher Miteigentümer der 3, 5 h Grössen Parzelle Kat. Nr. 436) beansprucht wird, muss davon ausgegangen werden, dass beide Parzellen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden können. Damit ist die Existenz des betreffenden Landwirtschaftsbetriebes gefährdet. Die Stadt kann keinen Realersatz anbieten, ohne einen andern bestehenden Betrieb zu gefährden. Der Stadtrat kann es nicht verantworten, das für einen See notwendige Land zu enteignen, auch wenn ein Landwirtschaftsbetrieb in Quartiernahe vielleicht weniger spektakulär ist als ein See, gleichwohl aber seine Bedeutung hat.
Zudem wurden vom Perimeter der Variante optimal (mit 6 ha Flache) 30 Pünten und 25 Kleintieranlagen betroffen.
Natur und Landschaft
Das Projekt tangiert den Qualletbach, ein kommunales Naturschutzobjekt. Bei der Realisierung des Waldeggsees ist ein entsprechender Ersatz zu schaffen. Problematischer für 'Natur und Landschaft' sind die beengten Platzverhältnisse und die Folgeerscheinungen einer erhöhten Erholungs- und Freizeitaktivität. Der Waldeggsee soll und wird vermehrt Erholungssuchende anziehen, und die Wasserfläche soll möglichst gross sein. Dies lasst wenig gestalterischen Spielraum für Ruheflächen, Erholungseinrichtungen und Erschliessung. Die notwendige Infrastruktur wird zudem den Druck auf die angrenzenden Wohnquartiere und den angrenzenden Waldbereich erhöhen. Entlang der Waldeggstrasse könnten nämlich nur rund 12 Parkplatze realisiert werden. Das Parkieren im Wald müsste aus naturschützerischen Gründen aber unbedingt verhindert werden können.
Aus der Sicht der Ökologie wird der See kein nennenswertes Potential aufweisen. Bei einer Weiterverfolgung des Projektes müsste durch eine sorgfältige Planung sichergestellt werden, dass keine unerwünschten Umwelteinwirkungen entstehen. Im Rahmen der für ein solches Vorhaben notwendigen Umweltverträglichkeitsprüfung sind alle Massnahmen zur Minimierung der Umweltbelastung wahrend der Bau-, aber auch der Betriebsphase zu beurteilen.
Finanzen
Auf der Grundlage der vorliegenden Machbarkeitsstudie durfte der Kredit für den Bau des Waldeggsees mit der notwendigen Infrastruktur zwischen 16 und 20 Millionen Franken betragen.
Angesicht der Finanzlage und in Anbetracht des Grössen Kataloges von Vorhaben, welche in den nächsten Jahren unumgänglich sind, erachtet der Stadtrat eine solche Investition als nicht verantwortbar. Allein die Kapitalfolgekosten dieses Projektes wurden den Steuerfuss der Stadt Winterthur in den nächsten Jahren mit einem ganzen zusätzlichen Steuerprozent belasten. Zudem wurde der Badebetrieb aus Sicherheitsgründen den Einsatz von Aufsichtspersonal bedingen, was sich ebenfalls auf die Laufende Rechnung auswirken würde.
Diese Folgekosten mögen in ihrer absoluten Grösse als gering erscheinen. Aber für ein Vorhaben, welches als Wunschbedarf qualifiziert werden muss, kann der Stadtrat eine solche Investition nicht verantworten. Dies umso mehr, als der Kanton der Stadt Winterthur nicht erlauben durfte, für diesen Zweck Mittel aus dem Finanzausgleich zu verwenden.
Gesamtbeurteilung durch den Stadtrat
Aufgrund der Machbarkeitsstudie, der Stellungnahme des AWEL, aber auch der Abklärungen über die Landbeanspruchung, über die Auswirkungen des See auf Natur und Landschaft und auf die angrenzenden Quartiere sowie der Abklärungen über die Finanzierung muss der Stadtrat den Stimmberechtigten die Ablehnung der Initiative beantragen.
Die Attraktivität Winterthurs hängt nicht allein vom Waldeggsee ab. Verschiedene Projekte, wie die Sanierung der Schwimmbäder, die neue Eissportanlage, aber auch kleinere Vorhaben wie das Alleenkonzept oder die Sanierung und Gestaltung der Gassen und Platze in der Altstadt verfolgen das Ziel, die Qualität der Wohnstadt Winterthur noch zu steigern und das Freizeitangebot noch zu verbessern. Auch wenn es zu bedauern sein mag, dass Winterthur nicht an einem See liegt, gilt es doch zu bedenken, dass unsere Stadt andere landschaftliche Reize aufweist. Es gibt z.B. kaum ein Ort von dieser Grösse, in welcher Wald und Grünraum in solcher Vielfalt so nah am Stadzentrum liegt wie in Winterthur. Die Idee eines Waldeggsees mag faszinierend sein, muss angesichts der Grössen Zahl von Problemen und Fragezeichen aber wahrscheinlich doch eine Illusion bleiben.
Vor dem Stadtrat
Der Stadtpräsident
Haas
Der Stadtschreiber
Saile
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