Kanzlei Tales
Kanzlei Tales im Januar 2000
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Alles in Kürze: Gut ist, dass Schibara mit mir feiern will, obwohl er liiert und noch nicht getrennt ist (hihi). Die Liaison kommt bei fast allem mit. Sie heisst Vittoria, ist relativ jung, was aber nicht ins Gewicht fällt. Schlecht war, dass Schibara eine nichtgezündete Tischbombe vom vorletzten Silvester zur Vorbesprechung dieser Festtage ins Restaurant mitbrachte, welche dann nicht losging, und er dazu die Erklärung abgab, dass die Zeit der Bomben mit dem Ausklang dieses Jahrtausends hoffentlich endgültig vorbei sei, und dass dieser mehr als nur geistige Fehlgriff weder von mir noch von den mit anwesenden Freundinnen noch von deren Onkel goutiert wurde(und dieser Onkel eben deshalb dabei war, weil er genau in diesen Tagen von meinenFreundinnen gehütet wird, weil sie immer in sein Ferienhaus gehen können, was das Snowboarden günstiger macht). Einig waren Schibara und ich uns am Ende dieses andauernden Treffens nur noch darin, dass das Hüten eines Onkels zum Sparen zu weit geht. Neben dem, dass ungeklärt blieb, wieso Schawinski im TV und glaube ich auch sonst keinen Ehering mehr trägt, und ob Wählen unfrei macht und Nichtwählen frei, und ob Sex nötig ist oder nicht, und wer von uns ohne Sex weniger eifersüchtig ist oder eben auch nicht. Was alles zusammen keine grosse Basis für Zusammengehörigkeit abgibt. Ob das wohl das neue Thema dieses Jahrestausends wird? Ich behaupte ja. Einen glücklichen nächsten Tag.
Ihre Sumawuscha
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Kanzlei Tales im Dezember 1999
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Also am Anfang dieses neuen Jahres war nicht viel los. Ich behaupte, das ist deswegen, weil jetzt immer alle für alles sind. Wir sind geschlossen für den Euro, die EU, die Expo, die Globalisierung, das Innehalten und Herumhetzen, für das Alkoholtrinken, den Hanf, das Mineralwasser, wie auch für Internet und E-Mail , die Heirat, das Aktiensparen und die Hintereinandermonogamie. Ich auch.
Schibara hat zudem einen Lastwagen gemietet und ist zu seiner Mutter gezogen. Sie nennt sich übrigens seit zwei Jahren Louisa, doch das ist eine andere Geschichte, und dass einer bei seiner Mutter wohnt, weil er allein ist, stört niemanden mehr. Zudem will er sich beim Fernsehen bewerben. Ob als Lebensberater, weil er sich ja in Liebesdingen auskennt, oder weil Dieter Moor abtritt, ist ihm bis jetzt unklar. Ich muss etwas machen hat er gesagt. Als Alternative bleibt der Nationalrat, doch das geht meistens nicht so geschwind wie das Fernsehen. Das habe ich gesagt.
Ich traf ihn nämlich im Ausverkauf in der Stadt. Es ist heute auch o.k., in den Ausverkauf zu gehen. Alle wollen etwas ersetzen, was verloren gegangen ist. Ich auch. Und Schibara unbedingt. Ich will einfach eine oder sogar zwei bis drei von diesen hunderttausend Möglichkeiten ergreifen, die herumfliegen. Die Beschränkung ist zu Ende. Auch das ist möglich.
Ihre Sumawuscha |
Kanzlei Tales im November 1999
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Schibara renoviert sich gerade selbst. Denn er hat jetzt eine neue feste Frau. Was heisst, er will sich nur noch von der besten Seite zeigen, was wiederum bedeutet, dass er sich wirklich bis auf die Unterhosen speziell und sorgfältig eingekleidet hat.
Er hat mir heute alles vorgef¸hrt. Auch geistig will er sich mit der neuen Liebe wieder verändern, was sich so äussert, dass er heute beim Essen gesagt hat: "Wir müssen wieder links handel." Obwohl ich gleicher Meinung bin, ohne dass ich sie je gewechselt hätte, und auch der Herbst aus Vernunftsgründen für neue Ober- und Unterbekleidung und mehr Lohn für alle sowie geistigen Tiefgang spricht, bin ich platt. Denn nichts ist wirklich wahr, ausser das Private: Meine erste frisch Angebetete stand nämlich auf Schibara, was beweist, dass die Sexualität weiter eingeschränkt bleibt in diesem Land und frau nicht mehr auf das Aeussere gehen kann. Meine Zweite war trotz auch ausgesuchter Bekleidung meinerseits weder neu noch treu. Was sich zumindest wirklich entwickelt hat, ist, dass Schibara und ich jetzt zusammen über Unterhosen reden können. Die Freiheit ist jetzt.
Ihre Sumawuscha |
Kanzlei Tales im Oktober 1999
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Das Sexualleben hat sich mit Saft zurückgemeldet, was das Weltgeschehen in den Hintergrund drängt. Ich denke in Gedanken ständig daran. Das ist übertrieben, doch ein wenig schon so. Schibara denkt sowieso. Hat er gesagt. Der Herbst war immer schon wild. Unsere beiden Bäuche gehen zurück, dafür nimmt die Erwartung zu. Er und ich suchen beide eine Frau. Aus Konkurrenzgründen ist es für beide heikel, die Angebetete gegenseitig zu offenbaren. Umgekehrt wollen wir nicht wieder verlassen werden, also sind wir aufeinander angewiesen, zu hören, was er oder ich von der jeweiligen Angebeteten halten. Guter Rat ist teuer und unsere Freundschaft kompliziert. Alles ist kompliziert. Die Hoffnung auf Ewigkeit bleibt. Gestern Nacht nahm er das Natel nicht ab. Bei unserem Morgenkaffee hat er mir mitgeteilt, dass es gestern mit einer Frau sehr o.k. war. Was nichts anderes heisst, als dass er hat. Ich habe im Café fast geschrieen: Du hast. Alle drehten den Kopf. Er sagte: Ich kann gar nichts sagen. Was heisst, er hat.
Ihre Sumawuscha |
Kanzlei Tales im September 1999
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"Jeder und jede hat Probleme und ist verunsichert. Ich mache mir da nichts vor", habe ich zu Schibara gesagt. "Ich mache das beste daraus und übe jetzt für die Eurogames 2000, und zwar auf dem Velo". Es stellt mich auf. Schibara lächelt.
Dafür hat er mir heute schon vor Beginn dieser Wahlen gesagt: "Ich will dafür sorgen, dass es für alle reicht, deshalb setze ich auf mich". Jetzt lächle ich. Und zwar nachhaltig.
Zusammen stellen wir fest, dass es ist und so bleibt, dass wir nicht die gleichen Veranstaltungen politisch finden. Von der Welt draussen gibt es nicht viel neues zu berichten. Das Rätsel dieses Sommers wurde nicht gelöst. Gewalt, Krieg, Enttäuschungen, grosse Gewinne und schöne Gesichter wie gehabt. Himmel, Erde, Feuer, Wasser, Sterne und Rosenblüten immer noch da.
Ihre Sumawuscha |
Kanzlei Tales im August 1999
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Dieser Sommer ist kein heisser Lauf, dafür der besondere Umstand, dass die lang besprochenen Kriegsflüchtlinge fast unsichtbar in Luftschutzkellern einquartiert werden konnten, währenddem die schönen Turnhallen und Kirchgemeindehäuser über den Sommer auf Hochglanz geputzt und ungenutzt sind. Immerhin werden jetzt diese Untergrundareale benutzt. Die glücklichen Anwohner von überirdischen Wohnungen haben aber bemerkt, dass diese Flüchtlinge tagsüber vor den Eingängen zu diesen Arealen herumlungern, und zwar oberirdisch.
Ich liege frei im Seebad Enge, natelliere in der Gegend herum, die Sonne bräunt den Schmerz, was wiederum gut und unsichtbar ist, und für Schibara habe ich ein Sommerrätsel erfunden, das er auf Anhieb nicht beantworten konnte. Es heisst: "Wer ist der Mann, der zuviel wusste?"
Geschickte Antworten dürfen eingesandt werden.
Ihre Sumawuscha |
Kanzlei Tales im Juli 1999
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Also dieser Krieg wenigstens geht weg, und bevor wir etwas hätten tun müssen, brauchen wir uns nicht mehr zu kümmern, denn an die kleinen Metzeleien dieser Welt sind wir gewöhnt. Und wir wissen sowieso nicht, welcher Terrorist ein Verräter ist und welcher ein Held. Von den Frauen rede ich jetzt absichtlich nicht. Nur die Angst in den Augen bleibt. Hier wie dort. Manchmal aus anderen Gründen.
Der Sommer ist da, mein Schmerz auch, und die Mücken werden kommen. Meine Liebste hat gesagt: "Kuss, Schluss, Amen". Und zwar genau in dieser grausamen Reihenfolge. Schibara hält zu mir. "Auf die Frauen ist kein Verlass", sage ich. Er findet das ein wenig sexistisch von mir, was ich mir in meinem Zustand absolut leiste. Er sagt:" auf die Männer auch nicht", was ich eh niemals angezweifelt hätte. Und dann bekam ich noch das E-Mail von einer Freundin, und die hat nach all dem gefragt: "auf was ist denn noch Verlass"? Das war zuviel. Schibara hat daraufhin am Bellevue ein Belgium-Chocolate-Eis für mich geholt. Ich habe es gegessen. Im Sommer suche ich das Glück.
Ihre Sumawuscha |
Kanzlei Tales im Juni 1999
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Diese Diskussion über den Krieg wird schwer und ich fange an, sie zu vermeiden.
Denn ich verstehe nicht, wieso mann und frau jetzt gegen die NATO ist, und auch überhaupt nicht, wieso dafür. Es gibt nur schlechten Krieg und guten Frieden, aber vielleicht ist das nicht mehr wahr. Unsere alten Wahrheiten wackeln. Das macht mich unruhig. Die Lust auf Gewinn schleicht sich auf allen Seiten ein, obwohl die Menschen im Herz dabei und überall verlieren.
Schibara ist in die Ferien gefahren und hat vorher noch gesagt, dass die Menschen halt so sind. Damit sitze ich jetzt in meiner neuen und schönsten Lieblingsbar und komme nicht zurecht inmitten all dieser Menschen, die alles wollen und alles können.
Meine Mutter hat noch angerufen und gesagt, dass der Sommer heiss wird.
Ihre Sumawuscha |
Kanzlei Tales im Mai 1999
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Dass dieser schreckliche Krieg ein paar Stunden von uns entfernt, und diese unaushaltbaren Vertreibungen und Vergewaltigungen und Tötungen und Folterungen und taktischen Verhandlungen mich fast dazu bringen, dass ich für Bomben bin, erschüttert mich, wie alles andere auch. Und dass diese Erschütterung privat ist und gar nichts ändert, kommt hinzu. Und dass solche Worte hier fremd erscheinen, auch.
Aus sicherer Distanz dämmert mir, dass es um das Leben geht, und nicht mehr um Gewinn und um Verlust. Wie lebe ich, wenn es nicht mehr um Gewinn und um Verlust geht, hier, jetzt, sofort, heute? Ich weiss es nicht, und Schibara auch nicht. Immerhin wissen wir nichts mehr. So können wir friedlich nebeneinander sitzen und warten.
Der Mai ist warm, alles grünt und saftet, der Himmel ist blau und klar und unfassbar weit, das Herz ist verletzt, das Leben duftet, und ich will zärtlich sein.
Ihre Sumawuscha |
Kanzlei Tales im April 1999
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April. Ich hoffe auf den April. Der Wind wird kommen. Mein neues Windjäggli aus dem Fidelio wird mir helfen, dabei mein Herz zu verlieren. Schibara hingegen setzt auf eine Frühjahreskur mit Molat zur Energiesteigerung. Mit der Energie will er dann etwas machen.
"Was" frage ich? "Etwas Grosses", sagt er.
Ich werde sofort hässig. "Etwas Grosses", zünde ich zurück, "das Grosse ändert auch nichts daran, dass Du allein schläfst". Er bekommt Augenwasser, weil ich ihn getroffen habe, was mir wiederum auch feuchte Augen macht. Drei Tischchen voller Leute in unserem Lieblingscafé hören uns zu. Ich behaupte, dass etwas Grosses schaffen nur ein anderes Wort ist für defizitären Grössenwahn oder Frust-wegen-keine-Liebe. Schibara findet das eine spitzfindige Deutung. Dabei wird doch heute alles umgedeutet und neu benannt:
Wenn wir etwas hergeben müssen, deuten wir es als längst fällige Lust auf Veränderung. Jede Trennung wird zur Chance meines Lebens. Und gemäss Tages-Anzeiger können wir davon ausgehen, dass im Parlament alle lügen, welche Tätigkeit aber schlicht Engagement genannt wird. Geldgier heisst heute: ich-machs-halt-gern. Und die neueste und selbstverständlich auch schöne 10-vor-10-Moderatorin ging sogar so weit, ihre zukünftige Aufgabe in einem Interview als "sinnlich" zu bezeichnen. Und dass ich auf das Windjäggli hoffe und auf mein Herz, und Schibara auf sein Molat und das Grosse, ist auch nicht mehr sexistisch, sondern kein Problem, solange es Spass macht.
Ich will ein Osterei.
Ihre Sumawuscha |
Kanzlei Tales im März 1999
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Der Winter hat alles heruntergeholt. So viel Schnee, und auch Schibara. Er musste nämlich bei seiner Mutter wieder ausziehen, weil herauskam, dass die seit zwei Jahren in einer Frauenbeziehung lebt und liebt, was sie ihrem Sohn verschwiegen hat. Ihm war das zwar egal, aber der Geliebten der Mutter das Einziehen des Sohnes nicht. Die sagte nämlich: "wo kämen wir denn hin, wenn nach dreissig Jahren Frauenbewegung die Söhne wieder zu den Müttern ziehen". Und hat sich quer gestellt. Dabei war doch Winter.
Also musste er wieder gehen, besser gesagt auf seinen gemieteten Lastwagen steigen, den er nirgends parkieren konnte, ausser an einem speziellen Morgen vor einem Tramdepot. Doch auch da ohne Erfolg. Der Winter ist und bleibt hart.
Ich traf ihn beim Spazieren am See an einem strahlend kalten Tag mit glasblauen Bergen. Zürich ist so schön. Schibara wohnt jetzt allein. Ich auch. Wir haben über unsere Sehnsüchte geredet. Und dabei fanden wir etwas heraus, an das wir glauben wollen: "Niemand hat es so gut wie wir." Unser Lachen kitzelte den See. Der Lastwagen steht jetzt auf dem Kanzleiareal und kann für Rundfahrten gemietet werden. Ausser für Hochzeiten.
Ihre Sumawuscha |
Kanzlei Tales im Februar 1999
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Also am Anfang dieses neuen Jahres war nicht viel los. Ich behaupte, das ist deswegen, weil jetzt immer alle für alles sind. Wir sind geschlossen für den Euro, die EU, die Expo, die Globalisierung, das Innehalten und Herumhetzen, für das Alkoholtrinken, den Hanf, das Mineralwasser, wie auch für Internet und E-Mail , die Heirat, das Aktiensparen und die Hintereinandermonogamie. Ich auch.
Schibara hat zudem einen Lastwagen gemietet und ist zu seiner Mutter gezogen. Sie nennt sich übrigens seit zwei Jahren Louisa, doch das ist eine andere Geschichte, und dass einer bei seiner Mutter wohnt, weil er allein ist, stört niemanden mehr. Zudem will er sich beim Fernsehen bewerben. Ob als Lebensberater, weil er sich ja in Liebesdingen auskennt, oder weil Dieter Moor abtritt, ist ihm bis jetzt unklar. Ich muss etwas machen hat er gesagt. Als Alternative bleibt der Nationalrat, doch das geht meistens nicht so geschwind wie das Fernsehen. Das habe ich gesagt.
Ich traf ihn nämlich im Ausverkauf in der Stadt. Es ist heute auch o.k., in den Ausverkauf zu gehen. Alle wollen etwas ersetzen, was verloren gegangen ist. Ich auch. Und Schibara unbedingt. Ich will einfach eine oder sogar zwei bis drei von diesen hunderttausend Möglichkeiten ergreifen, die herumfliegen. Die Beschränkung ist zu Ende. Auch das ist möglich.
Ihre Sumawuscha |
Kanzlei Tales im Januar 1999
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Alle reden jetzt mit glänzigen Äuglein von dieser kommenden Jahrtausend Wende und rennen herum, und niemand will mir mehr zuhören, wegen welchen Problemen ich zuviel gegessen habe, und mein Freund Schibara wurde am 6.12. nach drei durchgebitteten Nächten endgültig von seiner Liebsten verlassen, weswegen er zuviel trank, was man seiner Nase ansieht, die dann zunimmt, mit dem Unterschied zu mir, dass ich es meinem Bauch sofort anmerke, und er meint, man sähe es seiner Nase nicht an, was nicht so ist. Also, hier machen alle weiter und hoffen darauf, dass sich das Leben oder wenigstens ihr Leben doch noch ändert. Sicher ist, dass die Sonne am 11.8.99 ohne Rücksicht auf Verlust verschluckt wird und unsicher ist nur, von wem, ob von einer Drachin oder einem Mammonunternehmen, auf alle Fälle von einer Persönlichkeit, die absolut hitzebeständig ist und jede Pfannenfirma will hinter das Geheimnis kommen. Und hier wollen wir eben diese Sonnenfinsternis 1999 abwarten, dann die Jahrtausendwende 2000, und dann die Milliarden Jahre, bis unsere Sonne endgültig verglüht und dabei die Erde aufkochen wird, dass jede Disko und jeder Herzschmerz dagegen schlichtweg einfach nichts sind. Und dann werden wir gemeinsam das Leben verändern. Daran halte ich mich fest. Ich will mich weniger aufregen. Und Schibara will sich weniger verlieben.
Ihre Sumawuscha |
Kanzlei Tales im Dezember 1998
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Der November war ein eigenartiger Monat. So viel nass, dunkel, und alle feiern Halloween und rufen einander plötzlich "Happy Halloween" zu und freuen sich irgendwie. Dabei hat es mit Dämoninnen zu tun, und den inneren Abgründen, auf alle Fälle bei mir, denn ich war in diesem Monat viele Male traurig und einige Stunden wütend und neidisch und einmal habe ich sogar zwei Tage lang gehasst, weil meine beste Freundin eine noch bessere hat als mich, und deshalb sozusagen nicht mehr anruft, und ich nicht mehr wichtig bin und wieso soll ich das aushalten, und dann gab es noch einen katastrophalen Sturm auf dem anderen Kontinent, und die Sozialdemokraten sind die neue Kraft in Europa, und die Dämoninnen wiehern nicht nur in mir, und ein berühmter Medienunternehmer hat plötzlich mit dem Che Guevara zu tun aus dem anderen Kontinent, und mein Freund S. wird deswegen hässig, und niemand weiss wieso, ausser die Migro.
Ich finde, im November ist alles durcheinander.
Ihre Sumawuscha |
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