Mutter und Sohn [Bild]
Aleksandr Sokurov, D/Russland 1997; 80 Min., 35 mm
In einem einsam gelegenen Haus lebt ein Sohn mit seiner kranken Mutter. Im Angesicht ihres nahen Todes versucht er, den Schein eines normalen Lebens aufrechtzuerhalten. Er putzt, macht das Essen, spricht von gemeinsamen Erinnerungen, liest ihr aus Kindermärchen vor, aus Briefen und Ansichtskarten, erzählt von alten Freunden, trägt sie hinaus ins Freie. Die Gegend um das Haus wirkt so, als würde der Herbst nie zu Ende gehen. Tiefe Wolken, Felder, die keiner erntet, ein Spaziergang in einer Landschaft, die den menschenleeren Gemälden Caspar David Friedrichs gleichen. Am Ende stirbt die Mutter, und der Sohn bleibt allein zurück in einer Welt, die ebenso verlassen ist wie er.