experiMENTAL '97
Clip oder Gemälde: Zwei Extremformen des Spielfilms
Sonntag 7.12.97, 21.15 Uhr, Samstag 13.12.97, 21.15 Uhr, Sonntag 14.12.97, 21.15 Uhr

A Cha-Cha for the Fugitive [Bild]

Tsai-sheng Wang, Taiwan 1997; 85 Min., 35mm
Er ist jung, schön und talentiert: der namenlose 'Modern Dancer', der davon träumt, Taipeh zu verlassen um nach New York auszuwandern. Vorerst aber verdient er sein Geld in zwielichtigen Nightclubs. Tagsüber schläft oder tanzt er in seinem Wolkenkratzer-Loft. Grossstadt-Clip mit zum Teil atemberaubendem Tempo und visuellen Exzessen - der Generation X nachspürend.

Sonntag 14.12.97, 19 Uhr

Mutter und Sohn [Bild]

Aleksandr Sokurov, D/Russland 1997; 80 Min., 35 mm
In einem einsam gelegenen Haus lebt ein Sohn mit seiner kranken Mutter. Im Angesicht ihres nahen Todes versucht er, den Schein eines normalen Lebens aufrechtzuerhalten. Er putzt, macht das Essen, spricht von gemeinsamen Erinnerungen, liest ihr aus Kindermärchen vor, aus Briefen und Ansichtskarten, erzählt von alten Freunden, trägt sie hinaus ins Freie. Die Gegend um das Haus wirkt so, als würde der Herbst nie zu Ende gehen. Tiefe Wolken, Felder, die keiner erntet, ein Spaziergang in einer Landschaft, die den menschenleeren Gemälden Caspar David Friedrichs gleichen. Am Ende stirbt die Mutter, und der Sohn bleibt allein zurück in einer Welt, die ebenso verlassen ist wie er.

experiMENTAL '97 | Clip oder Gemälde| Aleksandr Sokurov
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Last updated: 29.11.97 netnet@swix.ch