![]() |
experiMENTAL '96 Video und Multimedia im Kino Xenix Zürich 6.-16. Dezember 1996 |
|
Vorwort ExperiMENTAL ist ein Schaufenster für Medienkunst im Dezemberprogramm des Kino Xenix in Zürich; es ermöglicht während zehn Tagen die Auseinandersetzung mit Videokunst-Tapes, Filmpoesie und neu mit innovativen Beiträgen aus dem Fernsehschaffen (Retrospektive Dennis Potter und Lars von Trier). In Ergänzung zum Video-, Film- und Fernsehprogramm führen wir die Auseinandersetzung mit den Neuen Medien fort. Wir untersuchen dieses Jahr am Beispiel eines Internet-Anbieters aus der Grossregion Zürich, welche Rückwirkungen das Internet auf Kommunikation und Ästhetik in der Jugendkultur hat (netWORKS). Anlässlich der Matinee vom Sonntag, 8. Dezember, dürfen wir Kenith Trodd begrüssen, den langjährigen Mitarbeiter und Produzenten von Dennis Potter. Er gibt eine Einführung in das Werk Dennis Potters, der vor zwei Jahren gestorben ist und uns wohl die bis anhin eigenwilligsten Kreationen aus dem Genre 'TV Drama' hinterlassen hat. Die im Rahmen vom experiMENTAL 96 vorgestellte Medienkunst bietet kreative Impulse für kunstinteressierte KinogängerInnen und ist eine Quelle von inhaltlichen und gestalterischen Anregungen für Medienschaffende und KünstlerInnen. Damit leistet das experiMENTAL einen Beitrag an die Weiterbildung. Die Weiterbildung im Bereich der audiovisuellen Gestaltung setzt radikale Grenzüberschreitungen voraus sowie die Bereitschaft zur Begegnung mit dem Fremden, dem Anderen, wie dies Siegfried Zielinski, Rektor der Kölner Kunsthochschule für Medien, in seinen sieben Thesen postuliert hat (Focal, Programm 96/4).
Weiterbildung und Internationalität gehören zusammen, um das
Mittelmässige zu überwinden: 'Weiterbildung muss für
die Teilnehmer immer masslose Überforderung beinhalten. Sie muss in
diesem Sinn auch luxuriös sein. Der Alltag, auch die Praxis des Filmemachens,
leidet unter der ständigen Konfrontation mit der Norm, mit den Anforderungen
des Durchschnittlichen, mit der Quote etc. Weiterbildung bedeutet eine
Ausnahmesituation, ein vorübergehendes Aussteigen aus dem Alltäglichen.
(...) In der alltäglichen Praxis, auch des Films, dominieren die Kräfte
der Zensur, der Ordnung. Weiterbildung muss die Antipoden dieser Energien
in ihrer Aktivität unterstützen. Sie hat der Stärkung der
Einbildungskräfte zu dienen. Das Poetische muss sich in ihr wohl und
zu Hause fühlen können. Sie kann und darf auch anarchisch sein.' Diese sechste Auflage von experiMENTAL wurde wiederum durch das finanzielle Engagement des Präsidialdepartements der Stadt Zürich möglich. Aufgabe des Staates ist es, denjenigen kulturellen Aktivitäten, die nur beschränkt nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip funktionieren können, einen minimalen finanziellen Rahmen zu garantieren. Dass die Stadt Zürich diese Aufgabe auch in schwierigen Zeiten wahrnimmt, sei ihr verdankt. Und dass dieses Jahr wiederum der British Council dabei ist, um auf unkomplizierte Weise ein Programm aus Grossbritannien zu ermöglichen, freut uns sehr. Auch verschiedene Firmen waren dieses Jahr dazu bereit, unsere Schau der Medienkunst zu unterstützen. Ihnen und allen, die am Zustandekommen des diesjährigen Programms beteiligt sind, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Nicht zuletzt der ganzen Crew vom Kino Xenix, die jedes Jahr kurz vor Weihnachten mit einem medialen Ausnahmezustand und einem nervösen Programmkoordinator konfrontiert wird. Heinz Nigg |
|
|
Mitarbeit am Programm:
Barbara Mosca (British Council Bern) |
|
| experiMENTAL '96 | Vorwort | |
| AV-Produktionen Nigg Habsburgstrasse 34a CH-8037 Zürich Tel/Fax ++41/1/272 16 81 experimental@swix.ch Last updated: 21.11.96 schreg@swix.ch |