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Eingesandte Erinnerungstexte
VerfasserIn: punk (Basel).
War schon in der Schule politisch immer sehr interessiert, als einer der wenigen... Eher konservativ-traditionelles Elternhaus. Sportverein war ok, aber sich politisch zu engagieren fiel aus dem Rahmen. Deshalb immer irgendwie das schwarze Schaf der Familie. Ging regelmässig mit Schulfreunden an 1.Mai Demos. Die traditionellen Gewerkschafter konnten uns nie leiden, wir waren nicht einzuordnen und nicht zu kontrollieren.
Geprägt hat mich u.a. eine Besetzung der Tramschienen in Basel, die ich als Jugendlicher rein zufällig beobachtet habe. Der Polizeieinsatz ist mir ziemlich eingefahren damals und hat wesentlich dazu beigetragen mich nachher zu engagieren. Als ich von den Zürcher Opernhauskrawallen hörte, war ich begeistert! War in Basel von Anfang an dabei. Mir ging es in erster Linie um Kreativität, um zu zeigen dass die Jugend nicht nur aus Pfadi und Sportverein besteht.
Habe geholfen im Ur-AJZ Konzerte zu organisieren. Fand gut wie stark der Zusammenhalt war, trotz vieler Widerwärtigkeiten. Bin irgendwie immer davongekommen, manchmal ganz knapp. Die Polizeigewalt und die Ohnmacht des Staates uns gegenüber hat mich bis heute geprägt. Habe in dieser Zeit trotzallem meine Lehre abgeschlossen, führte quasi ein Doppelleben. Das eine ging von 8 bis 18 uhr, das andere fing dann an.
Zu Ende schien sie mehrmals die Bewegung. An der Hochstrasse nahmen irgendwann die Drogen überhand, nichts ging mehr. Doch es ging immer weiter, kamen immer neue Demos, Besetzungen und vorallem neue Ideen. Zuletzt waren die Stadtgärtnerei und das Union für eine gewisse Zeit Mittelpunkt meines Lebens, das war toll.
Geblieben sind Gesichter von damals. Die einen sieht man heute noch auf der Strasse, in der Kneipe, an Konzerten. Die anderen sind an Drogen gestorben. Geblieben sind Erinnerungen an Tränengas und Gummigeschosse, an Faschos und Spitzel. Angst war da, aber vorallem eine immense Wut auch. Ich erinnere mich an die Grossdemo mit 10'000 in Basel, an die Besetzung der Kleinen Bühne des Theaters, an die Partynacht nach der Besetzung des Spital-AJZs, an unzählige VVs mit endlosen Diskussionen. Ich hatte während meiner Lehre in der gleichen Schulklasse Leute die auf der Seite der Faschos gegen uns gekämpft haben, das war eine merkwürdige Erfahrung. Ich blieb das schwarze Schaf in der Familie, aber das war mir egal.Es geht nicht darum diese Zeit zu idealisieren, aber heute ist so ein Ausbruch wohl kaum mehr möglich.
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