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Dokumente > Flugblätter > Basel

Flugis der Achtziger Bewegung aus Basel:

Verkleinerte Ausschnitte. Grosse Detailansicht durch Klick auf den jeweilgen Ausschnitt.
MiniFlugi
Cannabis Treffen. 1982
MiniFlugi
68er Fest. 1988
MiniFlugi
Hinrichtung der bösen Stadtgärtner. 1989
MiniFlugi
Kulturwoche Stadtgärtnerei
MiniFlugi
Macht aus der alten Stadt eine Gärtnerei
MiniFlugi
1. April Demo. Barfi
MiniFlugi
Aussageverweigerung
MiniFlugi
Aktionstage - jeden Samstag alte Stadtgärtnerei
MiniFlugi
Besetzung der alten Stadtgärtnerei
MiniFlugi
Asterix der Stadtgärtner

Abschriften:

Basel, Flugblatt 1988:

Alte StadtGärtnerei

Sein oder Nichtsein, diese Frage stellt sich bei uns nicht

Die alte Stadtgärtnerei ist ein Freiraum, wo nichts gemacht werden muss und kaum etwas nicht gemacht werden darf. Das heisst, ein Freiraum wo Kultur stattfinden kann, die sonst nirgendwo Platz hätte.

Kultur, die sich nicht nach gängigen Normen richten muss.
Filme, die in keinem Kino gezeigt würden, weil sie zuwenig Profit bringen und nicht aus Hollywood stammen.
Eine Bocciabahn, auf der keine Benützergebühren erhoben werden.
Schweine und Gänse, die für keine Metzgerei bestimmt sind, ein Aussichtsturm, der nicht der höchste der Welt ist.
Die Volksküche, wo das Menü höchstens 5 Franken kostet.
Die Glashäuser, die für allerlei Veranstaltungen Platz bieten, und wo es sonntags ein Morgenessen gibt.
Dies ist alles nur möglich, weil sich viele Leute in unbezahlter Arbeit dafür einsetzen, dass der Betrieb selbsttragend aufrecht erhalten wird. Denn nur so ist gewährleistet, dass sich niemand nach den Bestimmungen des Geldgebers richten muss.
Die machenden und konsumierenden Leute bestimmen an der wöchentlich stattfindenden Vollversammlung selbst, was sie wo, wie, wann und warum oder eben auch nicht machen.

Den Rahmen für das Ganze bildet das Gelände mit seinen wildwuchernden Pflanzen, den alten Gebäuden, Glashäusern und Erdhaufen, der Pergola, wo mensch stundenlang lustwandeln kann und nicht zuletzt die bunte Schar von MacherInnen, BesucherInnen und einfach Seienden.

Nicht nur Basel braucht eine alte Stadtgärtnerei !!!!!!


Basel, Flugblatt 1988:

Unser Power: Einheit in der Vielfalt !

Volkspark Alte StadtGärtnerei

Die brutale Zerstörung der Alten Stadtgärtnerei war ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die dort ihren Traum von einem selbstbestimmten Leben verwirklicht sahen.
Die Alte Stadtgärtnerei war ein Ort, wo durch Begegnung, Gespräche und Zusammenarbeit verschiedenste Menschen einander näherkamen.
Schöpferische Kräfte konnten frei fliessen, Aktivitäten aller Art ausserhalb bürokratischer Verwaltung wurden möglich.
Die Vielfalt, die diese Insel bot, widerspiegelte sich in den Menschen, die daran teilnahmen: Kinder, Schwule, Väter und Mütter, Alcoholics und Workoholics, Musikanten, Artistinnen und Artisten, Behinderte, Ausländerinnen und Ausländer, Alte, Studentinnen und Studenten, Politkerinnen und Politiker und sonstige Sozialfälle.
Diese Leute, die gemeinsam ein neues, unberechenbares Leben wagen, können und dürfen von den Mächtigen nicht geduldet werden. Machtstrukturen und Wertvorstellungen wurden durch die Alte Stadtgärtnerei in Frage gestellt. So war auch der Kern der Auseinandersetzung nicht die vieldiskutierte Frage um Frei- oder Kulturraum, sondern vielmehr das Ringen um wirkliche Freiheit in einem Land, wo jedes Aufleben zwischen Arbeitsplatz, Fernsehabend und sonntäglicher Autospazierfahrt verkümmert.
Deshalb steht die Idee der Alten Stadtgärtnerei im krassen Widerspruch zur bürgerlichen Ordnung und ist nicht integrierbar. Sie muss im Keim erstickt werden. Der schlagende Beweis dafür ist das Verhalten der Regierung und das Vorgehen ihrer Polizei. Die Medien übernehmen ihren Teil: Sie versuchen uns in gute Friedfertige und böse Chaoten und Chaotinnen aufzusplitten.
Der Kampf um Befreiung hat viele Formen. Eine dieser Formen haben wir Dienstag Nacht gemeinsam auf der Strasse ausgedrückt. Wir haben Grenzen durchbrochen, die sie in unseren Köpfen mit allen Mitteln, Hetze und Prügel, durchdrücken wollen. Bleiben wir frech und ungezogen, wählen wir uns unsere Mittel selbst.

Für Blumen im Asphalt
ernten wir Giftgas

Tränen zu Oel
schüren die Flammen

dumpfe Trommeln
Mut für den Kampf